Fotografieren mit dem Mikroskop – So geht’s

Leider vergisst man oft die Schönheit der kleinen Dinge zu schätzen. Doch mit der Mikroskop-Fotografie hat man die Möglichkeit die Schönheit des Mikroskopierens sichtbar zu machen, mit der Welt zu teilen und gleichzeitig einzigartige Kunst herzustellen. Am besten werden die Fotos gleich mit einem Fotodrucker groß ausgedruckt, um so die Mikrowelt in voller Pracht bewundern zu können.

Es gibt zahlreiche atemberaubende Beispiele der Mikroskop-Fotografie. Im Folgenden wird gezeigt, was getan und beachtet werden muss, um selbst solche Fotografien verwirklichen zu können.

Was muss man beim Fotografieren mit dem Mikroskop beachten?

Fotografieren durch das Mikroskop - Körner Metalllegierung
Antiproton / Pixabay

Früher brauchte man viele Jahre Übung, um bei der Mikroskop-Fotografie gute Ergebnisse zu bekommen. Dank Digitalkameras ist es heutzutage viel leichter, da man das Resultat sofort sehen und den Fehler korrigieren kann. Trotzdem ist die Mikroskop-Fotografie nichts Einfaches und es gelten einige Besonderheiten.

Wie wird die Kamera an das Mikroskop angeschlossen?

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten, um eine Kamera an ein Mikroskop anzuschliessen. Am besten setzt man eine DSLR-Kamera mit abnehmbarem Objektiv ein.

Um eine Kamera ohne Objektiv an ein Mikroskop anzuschliessen, braucht man ein Okular zur Optimierung des vom Objektiv geworfenen Bildes für eine Projektion auf eine ebene Fläche. Dieses wird ohne weitere Linsen an das Kameragehäuse angeschlossen.

Um eine Kamera mit Objektiv an ein Mikroskop anzuschliessen, muss man einerseits herausfinden, welche Brennweite für die betreffende Sensorgröße passend ist, um die Größe des Ausschnitts optimal zu wählen. Zudem darf das Objektiv nicht lang sein. Seine Blende sollte bei einer korrekten Positionierung der Kamera etwa so weit vom Okular entfernt sein wie die Iris des Auges beim Einblick. Dies können nur wenige Objektive erfüllen. Ein Beispiel dafür ist der «Pancake» von Canon mit 40mm Brennweite.

Leider gibt es viele Nachteile der Montage einer Kamera an ein Mikroskop:

  • Aufwändige Recherche nach passenden Adaptern
  • Kostspielig
  • Instabil und anfällig für Schwingungen durch Anzahl der Teile und Länge
  • Selten optimaler Ausschnitt, weil Anpassungsoptik nicht zum Format des Sensors passt.

Als Alternative gibt es die Möglichkeit, ein Reprostativ zu nutzen, welches die Kamera in der richtigen Position über ein Mikroskop hält.

Ist es auch möglich freihändig durch das Mikroskop zu fotografieren?

Grundsätzlich ist es auch möglich freihändig durch das Mikroskop zu fotografieren, dies kann sogar mit einem Smartphone versucht werden. Dieser Weg ist kostengünstiger, da keine Adapter gekauft werden müssen. Einige Nachteile sind jedoch die Bewegungsunschärfe, Bildvignettierung sowie eine Bildverzerrung. Zudem kann es lange dauern bis man die richtige Kameraposition über dem Mikroskop gefunden hat. Somit ist es nicht die beste Option, wenn man Wert auf qualitativ hochwertige Fotos setzt.

Wie wird der Bildausschnitt am besten ausgewählt?

In den meisten Fällen ist im Okular des Mikroskops ein kreisrundes Bild zu sehen, dessen Bildqualität von der Mitte aus schlechter wird. Beim Fotografieren soll man einen rechteckigen Ausschnitt auswählen, der nicht ganz den Bildrand des kreisrunden Bildes erreicht, damit die mindere Bildqualität dort nicht zu sehen ist.

Wie erreicht man den bestmöglichen Kontrast?

Für Motive, die genügend Kontrast haben, kann man problemlos Brightfield Illumination verwenden, also das Erleuchten mit weißem Licht. Viele Organismen haben jedoch geringen Kontrast. Für diese eignen sich Darkground und Rheinberg Illumination. Eine teurere Variante wäre Differential Interference Contrast.

  • Darkground Illumination zeigt das Motiv als hell gegen einen dunklen Hintergrund. Um dies zu erzeugen, lässt man kein direktes Licht durch das Objektiv.
  • Rheinberg Illumination erzeugt farbige Bilder und wird mit einem Filter erreicht. Diese Art von Beleuchtung kann nützlich sein für das Fotografieren von Kristallen. Kristallstrukturen sind unsichtbar und durch das Aufsetzen von einem Filter werden sie sichtbar.

Wie erreicht man eine hohe Schärfentiefe?

Eine weitere Schwierigkeit bei der Mikroskop-Fotografie ist die geringe Schärfentiefe. Laut Wikipedia gibt es die Möglichkeit des Stapeln mehrerer Aufnahmen mit verschiedenen Fokusebenen, um die Schärfentiefe zu erweitern. Die Bilder können mithilfe von Adobe Photoshop oder einem anderen Fotobearbeitungsprogramm «gestapelt» werden. Als Endergebnis des sogenannten «Focus-Stacking» ergibt sich ein Bild mit hoher Schärfentiefe.

Was kann man alles fotografieren?

In der Mikroskop-Fotografie gibt es unzählige Motive. Einige Dinge, die unglaublich aussehen unter dem Mikroskop sind:

  • Insektenflügel
  • Kiefernnadeln
  • Kleine Wasserlebewesen
  • Sandkörnchen
  • Zwiebelhaut
  • Kristalle

Fazit – Fotografieren mit dem Mikroskop

All diese Schritte sind wichtig, um qualitativ hochwertige Mikroskop-Fotos herzustellen, diese in großem Format ausdrucken zu können und die kleinen versteckten Kunstwerke unserer Welt ans Licht zu bringen. Durch Mikroskop-Fotografie werden gewöhnliche Dinge ungewöhnlich.

Die Mikroskop-Fotografie kann schwer sein zu verwirklichen und benötigt immer eine gründliche Vorbereitung. Jedoch kann sie sehr vielfältig und spannend sein. Einerseits wird es als Hobby-Mikroskopierer möglich durch Mikroskop-Fotografie die eigene Faszination der wunderbaren Welt der Mikroskopie mit der Welt zu teilen und als Fotograf bietet die Mikroskop-Fotografie die Möglichkeit reizvolle und ungewöhnliche Motive zu erfassen und so ein neuen Bereich der Fotografie zu erkunden.