✅ Zuletzt geprüft am
Präparate selbst herstellen ist einfacher, als es zunächst klingt: Für ein Frischpräparat genügen meist ein Objektträger, ein Deckglas, etwas Wasser und eine möglichst dünne Probe. Ein echtes Dauerpräparat benötigt zusätzliche Arbeitsschritte zur Konservierung und Einbettung, lässt sich dafür aber später erneut untersuchen.
In dieser Anleitung zeige ich dir, worin sich Frisch- und Dauerpräparate unterscheiden, welche Materialien sich eignen und wie du Schritt für Schritt vorgehst.
Auf einen Blick
- Frischpräparate werden unmittelbar vor dem Mikroskopieren angefertigt.
- Sie eignen sich besonders für lebende Zellen, Wasserorganismen und frische Pflanzenteile.
- Dauerpräparate werden konserviert und unter einem Deckglas eingeschlossen.
- Je dünner und sauberer die Probe ist, desto besser wird meist das mikroskopische Bild.
- Für den Einstieg sind Zwiebelhaut, Blätter, Haare, Fasern und sauberes Teichwasser gut geeignet.
- Blut, unbekannte Bakterienkulturen und verschimmelte Lebensmittel gehören nicht in einfache Hobbyversuche.
Ein Frischpräparat wird unmittelbar vor dem Mikroskopieren aus einer dünnen Probe und meist einem Tropfen Wasser angefertigt. Ein Dauerpräparat wird dagegen fixiert, bei Bedarf gefärbt und in einem geeigneten Medium unter dem Deckglas eingeschlossen, damit es sich später möglichst unverändert erneut untersuchen lässt.
Was ist ein mikroskopisches Präparat?
Als Präparat bezeichnet man das Untersuchungsobjekt, das für die Betrachtung unter dem Mikroskop vorbereitet wurde. Meist liegt es auf einem rechteckigen Glasplättchen, dem Objektträger. Darüber befindet sich häufig ein dünnes Deckglas.
Das Deckglas hält die Probe flach, schützt sie vor Berührung und sorgt für einen gleichmäßigen optischen Weg des Lichts. Es verhindert außerdem, dass das Objektiv direkt mit Wasser, Färbelösung oder Untersuchungsmaterial in Kontakt kommt.
Ein Präparat besteht damit normalerweise aus vier Teilen:
- dem Objektträger,
- dem Untersuchungsobjekt,
- Wasser oder einem Einbettmedium,
- dem Deckglas.
Wie gut du später etwas erkennst, hängt nicht allein vom Mikroskop ab. Auch die Präparation entscheidet über das Ergebnis. Aus meiner technischen Sicht lässt sich das gut mit einer elektrischen Messung vergleichen: Selbst das beste Messgerät liefert wenig brauchbare Werte, wenn der Messpunkt schlecht vorbereitet ist.
Eine zu dicke, verschmutzte oder von Luftblasen durchsetzte Probe kann deshalb auch unter einem hochwertigen Mikroskop enttäuschen.
Welche Aufgaben Objektträger, Objekttisch, Objektiv und Beleuchtung dabei übernehmen, erkläre ich ausführlich in meinem Beitrag über den Aufbau eines Mikroskops.
Frischpräparat und Dauerpräparat im Vergleich

Frisch- und Dauerpräparate verfolgen unterschiedliche Ziele. Die eine Variante ist nicht grundsätzlich besser als die andere.
| Merkmal | Frischpräparat | Dauerpräparat |
|---|---|---|
| Herstellung | direkt vor der Beobachtung | mehrere vorbereitende Arbeitsschritte |
| Haltbarkeit | nur kurze Zeit | für wiederholte Untersuchungen |
| Zustand der Probe | frisch, teilweise lebend | fixiert oder vollständig getrocknet |
| Bewegungen sichtbar | häufig ja | normalerweise nein |
| Natürliche Farben | oft erhalten | können sich verändern |
| Färbung | optional | häufig sinnvoll |
| Aufwand | gering | je nach Objekt deutlich höher |
| Typische Beispiele | Zwiebelhaut, Wasserpest, Teichwasser | Pflanzenquerschnitt, Pollen, Haare, gefärbtes Gewebe |
Ein Frischpräparat ist richtig, wenn du natürliche Vorgänge beobachten möchtest. Dazu gehören beispielsweise bewegliche Einzeller, Chloroplasten in Pflanzenzellen oder das Austrocknen einer Probe.
Ein Dauerpräparat eignet sich dagegen besser, wenn du dieselbe Struktur mehrfach untersuchen, fotografieren oder mit anderen Präparaten vergleichen möchtest. Professionelle Dauerpräparate entstehen häufig durch Fixieren, Einbetten, Schneiden, Färben, Entwässern und Einschließen unter einem Deckglas. Welche Schritte notwendig sind, hängt stark vom Untersuchungsobjekt und vom verwendeten Einbettmedium ab.
Mehr über geeignete Untersuchungsobjekte, Qualitätsmerkmale, Lagerung und Anwendung erfährst du in meinem ausführlichen Ratgeber über Dauerpräparate fürs Mikroskop.
Welche Arten von Präparaten gibt es?
Nicht jedes Objekt wird auf dieselbe Weise vorbereitet. In Schule, Studium und Hobbymikroskopie begegnen dir verschiedene Präparationstechniken.
Nasspräparat
Beim Nasspräparat liegt das Objekt in einem Tropfen Wasser oder einer anderen geeigneten Flüssigkeit. Es ist die häufigste Form des Frischpräparats.
Nasspräparate eignen sich für:
- dünne Pflanzenhäutchen,
- Wasserpflanzen,
- Algen,
- Teichwasser,
- Hefezellen,
- kleine durchsichtige Pflanzenteile.
Für Wasserorganismen solltest du möglichst etwas Wasser aus ihrem ursprünglichen Lebensraum verwenden. Eine plötzliche Veränderung des Salzgehalts kann empfindliche Zellen beeinflussen.
Trockenpräparat
Bei einem Trockenpräparat liegt keine Flüssigkeit unter dem Deckglas. Diese Methode eignet sich für trockene und ausreichend flache Objekte wie Haare, Textilfasern, Federn, feine Sandkörner oder Insektenflügel.
Ein einfaches Trockenpräparat kann bereits länger verwendbar sein, wenn Objekt und Deckglas sicher befestigt werden. Weiches oder wasserhaltiges Gewebe lässt sich dagegen nicht einfach durch Trocknen in ein gutes Dauerpräparat verwandeln. Es schrumpft, verformt sich oder beginnt sich zu zersetzen.
Schnittpräparat
Bei einem Schnittpräparat wird ein sehr dünner Abschnitt des Untersuchungsobjekts angefertigt. So lassen sich beispielsweise der Aufbau eines Pflanzenstängels, eines Blattes oder einer Wurzel erkennen.
Professionelle Schnitte werden mit einem Mikrotom hergestellt. Dieses Gerät schneidet sehr gleichmäßige, dünne Scheiben. Für einfache Pflanzenproben kann ein vorsichtig angefertigter Handschnitt genügen.
Scharfe Klingen sollten allerdings nur von Erwachsenen oder entsprechend unterwiesenen Personen benutzt werden. Im schulischen Bereich gelten dafür besondere Sicherheitsregeln.
Zupfpräparat
Bei einem Zupfpräparat wird ein kleines Stück Material mit zwei Nadeln oder Pinzetten auseinandergezogen. Dadurch verteilen sich einzelne Fasern oder Gewebeteile auf dem Objektträger.
Diese Methode eignet sich beispielsweise für Pflanzenfasern, Papier, Watte, Textilien oder weiches Pflanzengewebe.
Quetschpräparat
Beim Quetschpräparat wird das Untersuchungsobjekt vorsichtig zwischen Objektträger und Deckglas flach gedrückt. Dadurch können sich übereinanderliegende Zellen verteilen.
Dabei ist Fingerspitzengefühl nötig. Zu viel Druck zerstört Zellen, zerbricht das Deckglas oder presst Flüssigkeit aus dem Präparat. Das Deckglas sollte deshalb nie kräftig mit dem Finger heruntergedrückt werden.
Präparate selbst herstellen: Diese Grundausstattung brauchst du
Für einfache Präparate ist keine große Laborausrüstung erforderlich. Mit wenigen Hilfsmitteln kannst du bereits viele interessante Proben untersuchen.
Zur sinnvollen Grundausstattung gehören:
- saubere Objektträger,
- passende Deckgläser,
- eine Tropfpipette,
- eine feine Pinzette,
- eine Präpariernadel,
- saugfähiges Papier,
- klares Wasser,
- kleine Probengefäße,
- ein weicher, fusselfreier Reinigungslappen,
- Etiketten oder ein feiner wasserfester Stift.
Für Schnittpräparate kann zusätzlich geeignetes Schneidewerkzeug erforderlich sein. Färbelösungen und Einbettmedien brauchst du erst, wenn du bestimmte Strukturen hervorheben oder Präparate haltbarer machen möchtest.
Objektträger und Deckglas müssen sauber und fettfrei sein. Fingerabdrücke, Staub und getrocknete Wasserreste können unter dem Mikroskop wie Teile der Probe aussehen.
Das Deckglas fasst du deshalb möglichst nur an den Kanten an. Da es sehr dünn ist, kann es leicht brechen. Ein beschädigtes Deckglas solltest du nicht mehr verwenden.
Geeignete Untersuchungsobjekte für den Einstieg

Für die ersten selbst hergestellten Präparate sind leicht erkennbare und ungefährliche Objekte ideal. Du solltest wissen, was du unter dem Mikroskop ungefähr erwarten kannst.
Zwiebelhaut
Die dünne Haut auf der Innenseite einer Zwiebelschuppe lässt sich mit einer Pinzette abziehen. Ihre Zellen sind relativ groß und regelmäßig angeordnet.
Da die Zwiebelhaut fast durchsichtig ist, erkennst du vor allem die Zellwände. Zellkern und weitere Zellbestandteile werden häufig erst nach einer geeigneten Färbung deutlicher.
Die Zwiebelhaut ist ein klassisches Schulpräparat. Lege das dünne Häutchen möglichst glatt in einen Wassertropfen und senke das Deckglas langsam ab. So entstehen weniger Falten und Luftblasen.
Wasserpest und andere dünne Wasserpflanzen
Die Blätter der Wasserpest sind so dünn, dass sie sich häufig ohne zusätzlichen Schnitt mikroskopieren lassen. Bei geeigneten Blättern kannst du Zellwände und grüne Chloroplasten erkennen.
Mit etwas Geduld ist manchmal sogar die Bewegung des Zellplasmas zu beobachten. Das ist ein gutes Beispiel dafür, weshalb ein Frischpräparat etwas zeigen kann, das in einem fixierten Dauerpräparat verloren geht.
Haare und Textilfasern
Haare, Wolle, Baumwolle oder synthetische Fasern benötigen häufig keine Flüssigkeit. Lege einige möglichst getrennte Fasern auf den Objektträger und decke sie vorsichtig ab.
Solche Präparate eignen sich gut, um Schärfe, Beleuchtung und Vergrößerung kennenzulernen. Auch bunte Garnfäden sind gute Übungsobjekte. An ihnen kannst du leicht erkennen, welche Faser oben oder unten liegt und wie sich die Schärfeebene verändert.
Teichwasser
Ein Tropfen Teichwasser kann Algen, Einzeller, kleine Rädertierchen und organische Schwebstoffe enthalten. Besonders interessant sind Proben aus der Nähe von Wasserpflanzen oder vom Rand eines Gewässers.
Verwende keine Proben aus sichtbar verunreinigtem Wasser, Abwasserbereichen oder Gewässern mit starker Güllebelastung. Teichwasser kann viele unterschiedliche Mikroorganismen enthalten. Behandle die Probe deshalb hygienisch, vermeide Hautkontakt und reinige nach dem Mikroskopieren Werkzeuge und Arbeitsfläche.
Wasche nach der Arbeit deine Hände, reinige den Arbeitsplatz und führe Pipetten niemals mit dem Mund.
Pollen und Sporen
Pollen lassen sich trocken oder in einem geeigneten Medium untersuchen. Ihre Oberflächen besitzen je nach Pflanzenart sehr unterschiedliche Formen.
Bei bekannten Allergien solltest du allerdings auf Pollenpräparate verzichten. Unbekannte Schimmelpilze und deren Sporen sind kein geeignetes Einsteigerobjekt. Verschimmelte Lebensmittel solltest du weder öffnen noch direkt unter dem Mikroskop präparieren.
Frischpräparat selbst herstellen: Schritt für Schritt

Das klassische Frischpräparat ist ein Nasspräparat. Die Vorgehensweise ist bei vielen Proben ähnlich.
1. Objektträger reinigen
Lege einen sauberen Objektträger auf eine feste und waagerechte Unterlage. Kontrolliere ihn gegen das Licht auf Staub, Fingerabdrücke und Schlieren.
2. Einen kleinen Tropfen Wasser auftragen
Gib mit einer Pipette einen kleinen Tropfen Wasser in die Mitte des Objektträgers. Der Tropfen sollte groß genug sein, um die Probe zu bedecken, aber nicht bis an die Ränder des Deckglases laufen.
Zu viel Wasser lässt das Deckglas schwimmen. Die Probe bewegt sich dann beim Scharfstellen oder Verschieben des Objektträgers.
3. Probe in den Tropfen legen
Übertrage das Untersuchungsobjekt mit einer Pinzette oder Präpariernadel in den Tropfen. Falte dünne Pflanzenhäutchen möglichst vollständig auseinander.
Das Objekt sollte nicht dicker sein als nötig. Liegen viele Zellschichten übereinander, überlagern sich ihre Strukturen und es gelangt weniger Licht durch die Probe.
4. Deckglas schräg ansetzen
Halte das Deckglas mit einer Pinzette oder Präpariernadel schräg an den Rand des Tropfens. Eine Kante sollte das Wasser bereits berühren.
Senke das Deckglas anschließend langsam ab. Dabei verdrängt die Flüssigkeit die Luft von einer Seite zur anderen. So entstehen deutlich weniger Luftblasen als beim flachen Ablegen. Eine kompakte Anleitung zur Herstellung eines Zwiebelhaut-Präparats findest du auch beim Landesbildungsserver Baden-Württemberg.
5. Überschüssiges Wasser entfernen
Tritt Flüssigkeit unter dem Deckglas hervor, hältst du ein kleines Stück saugfähiges Papier vorsichtig an den Rand. Das Papier zieht überschüssiges Wasser heraus.
Ziehe nicht zu viel Flüssigkeit ab. Trocknet der Raum unter dem Deckglas aus, können Zellen verformen und bewegliche Organismen absterben.
Fehlt Wasser, kannst du einen kleinen Tropfen an den gegenüberliegenden Rand des Deckglases setzen. Durch die Kapillarwirkung wird er in den schmalen Zwischenraum gezogen.
6. Mit geringer Vergrößerung beginnen
Lege das fertige Präparat auf den Objekttisch und beginne mit dem Objektiv mit der kleinsten Vergrößerung. Damit findest du die Probe leichter und hast einen größeren Abstand zwischen Objektiv und Deckglas.
Erst wenn du eine geeignete Stelle gefunden und scharf gestellt hast, wechselst du zur nächsten Vergrößerungsstufe.
Wie du das fertige Präparat richtig einlegst, scharfstellst und bei der Vergrößerung vorgehst, zeige ich dir in meiner Anleitung zum Mikroskopieren für Einsteiger.
Bei einem Durchlichtmikroskop muss die Probe dünn genug sein, damit das Licht sie durchdringen kann. Wie diese Mikroskopart aufgebaut ist und funktioniert, erfährst du im Beitrag Durchlichtmikroskop einfach erklärt.
Beispiel: Zwiebelhaut als Frischpräparat
Für dieses einfache Präparat benötigst du eine Zwiebel, Wasser, Pinzette, Objektträger und Deckglas.
- Trenne eine Zwiebelschuppe ab.
- Ziehe auf der Innenseite mit einer Pinzette ein kleines Stück der durchsichtigen Haut ab.
- Gib einen Tropfen Wasser auf den Objektträger.
- Lege das Häutchen glatt in den Tropfen.
- Senke das Deckglas schräg ab.
- Entferne überschüssiges Wasser.
- Betrachte das Präparat zunächst mit geringer Vergrößerung.
Achte darauf, wirklich nur die dünne Haut zu verwenden. Ein Stück des darunterliegenden Zwiebelgewebes ist meist zu dick und lässt sich schlechter durchleuchten.
Ohne Färbung erkennst du vor allem die rechteckigen Zellgrenzen. Das große helle Innere der Zellen wird überwiegend von der Vakuole eingenommen. Der Zellkern kann ungefärbt nur schwer zu sehen sein.
Präparate nachträglich färben
Viele Zellen sind fast durchsichtig. Im normalen Hellfeld unterscheiden sie sich deshalb nur schwach vom Hintergrund.
Eine Färbung erhöht den Kontrast, indem bestimmte Zellbestandteile den Farbstoff stärker aufnehmen als andere. Sie macht jedoch nicht automatisch jedes Detail sichtbar und kann lebende Zellen verändern oder abtöten.
Für Schul- und Hobbyversuche werden unter anderem für die Mikroskopie vorgesehene Lösungen mit Methylenblau oder Iod verwendet. Welche Färbung geeignet ist, hängt von der Probe und dem gewünschten Beobachtungsziel ab.
Verwende nur eindeutig gekennzeichnete Färbemittel und beachte die Sicherheits- und Anwendungshinweise. Haushaltsfarben, Tinte oder Filzstifte sind kein zuverlässiger Ersatz.
Färbelösung unter dem Deckglas durchziehen
Ein bereits fertiges Nasspräparat kannst du häufig nachträglich färben:
- Setze einen kleinen Tropfen Färbelösung an eine Seite des Deckglases.
- Halte an die gegenüberliegende Seite ein Stück saugfähiges Papier.
- Das Papier zieht das Wasser heraus.
- Gleichzeitig strömt die Färbelösung unter das Deckglas.
Mit dieser Durchziehmethode kannst du dieselbe Probe zunächst ungefärbt und anschließend gefärbt betrachten.
Gib nur wenig Farbstoff hinzu. Eine zu kräftige Färbung kann feine Strukturen überdecken und das gesamte Gesichtsfeld dunkel erscheinen lassen.
Dauerpräparate selbst herstellen: Was ist zusätzlich nötig?
Ein echtes biologisches Dauerpräparat ist mehr als ein eingetrocknetes Frischpräparat. Das Untersuchungsobjekt muss so behandelt werden, dass Zersetzung, Austrocknung und starke Formveränderungen möglichst begrenzt werden.
Je nach Probe können folgende Arbeitsschritte erforderlich sein:
- Fixieren: Zell- und Gewebestrukturen werden konserviert.
- Spülen: Reste des Fixiermittels werden entfernt.
- Färben: Bestimmte Strukturen werden kontrastreicher dargestellt.
- Entwässern: Wasser wird schrittweise aus der Probe entfernt.
- Klären: Das Objekt wird für ein harzbasiertes Einbettmedium vorbereitet.
- Einbetten: Die Probe wird in ein transparentes Medium eingeschlossen.
- Deckglas auflegen: Das Präparat wird optisch und mechanisch geschützt.
- Aushärten und beschriften: Das Präparat wird lagerfähig gemacht.
Nicht jedes Präparat benötigt sämtliche Schritte. Ein trockenes Haar stellt andere Anforderungen als ein feuchter Pflanzenschnitt. Auch Farbstoff und Einbettmedium müssen miteinander verträglich sein.
Einbettmedien können wasserbasiert sein oder aus aushärtenden Harzen bestehen. Ihre Aufgabe ist nicht nur das Festkleben des Deckglases. Sie schützen die Probe und beeinflussen durch ihre optischen Eigenschaften auch das spätere Bild.
Einfaches Trocken-Dauerpräparat herstellen
Für Einsteiger ist ein trockenes Objekt der unkomplizierteste Weg zu einem länger nutzbaren Präparat. Geeignet sind beispielsweise Haare, Textilfasern, feine Federn oder flache Pflanzenteile, die bereits vollständig trocken sind.
Vorgehensweise
- Reinige Objektträger und Deckglas.
- Beschrifte den Objektträger vor dem Einbetten.
- Lege eine kleine und möglichst flache Probe in die Mitte.
- Ordne mehrere Fasern so an, dass sie sich nicht vollständig überdecken.
- Lege das Deckglas vorsichtig auf.
- Fixiere es außerhalb des Beobachtungsbereichs mit einem geeigneten Deckglas- oder Präparateversiegler.
- Lasse das Präparat entsprechend den Herstellerangaben aushärten.
Klebstoff darf nicht in die eigentliche Probe laufen. Viele Alleskleber trocknen trüb, bilden Blasen oder greifen Kunststoffe und Farbstoffe an.
Ein solches Trockenpräparat ist nicht für wasserhaltiges Gewebe geeignet. Frische Blätter, Zwiebelhaut oder Algen verändern sich beim Austrocknen stark.
Biologisches Dauerpräparat mit Einbettmedium herstellen
Für weiche Pflanzen- oder Gewebeproben benötigst du ein geeignetes Einbettmedium. Wasser allein reicht nicht, weil es verdunstet und keinen dauerhaften Schutz bietet.
Für einfache Hobbypräparate kommen häufig wasserverträgliche Einbettmedien infrage. Glycerin beziehungsweise glycerinhaltige Medien können das Austrocknen verlangsamen. Flüssige Medien härten jedoch nicht automatisch aus und müssen häufig am Rand des Deckglases versiegelt werden, damit sie nicht verdunsten oder auslaufen.
Eine vereinfachte Vorgehensweise sieht folgendermaßen aus:
- Bereite eine dünne und saubere Probe vor.
- Fixiere oder konserviere sie nur mit einem Verfahren, das für dieses Material geeignet ist.
- Färbe sie bei Bedarf.
- Entferne überschüssige Flüssigkeit.
- Gib eine kleine Menge des passenden Einbettmediums auf den Objektträger.
- Lege die Probe hinein.
- Senke das Deckglas langsam und ohne Luftblasen ab.
- Entferne ausgetretenes Einbettmedium.
- Lasse das Präparat waagerecht aushärten.
- Versiegle den Rand, falls es für das Medium vorgesehen ist.
- Beschrifte und lagere das Präparat geschützt.
Zu wenig Einbettmedium kann Lufträume unter dem Deckglas hinterlassen. Zu viel Medium lässt die Probe verrutschen und verschmutzt den Objektträger. Starker Druck auf das Deckglas kann dreidimensionale Strukturen zusammendrücken oder zerstören.
Für anspruchsvolle Gewebeschnitte gibt es kein universelles Rezept. Fixierung, Färbung und Einbettung müssen aufeinander abgestimmt sein. Lösemittelhaltige Verfahren gehören wegen ihrer Dämpfe und weiteren Gefahren in ein entsprechend ausgestattetes Labor.
Frischpräparat länger haltbar machen
Manchmal benötigst du kein echtes Dauerpräparat, sondern möchtest ein Frischpräparat nur etwas länger beobachten. Eine solche Zwischenform wird häufig als halbpermanentes Präparat bezeichnet.
Eine Möglichkeit besteht darin, Wasser durch ein langsamer verdunstendes, zur Probe passendes Medium zu ersetzen und anschließend die Ränder des Deckglases zu versiegeln. Das Präparat bleibt dadurch länger feucht.
Es ist trotzdem nicht automatisch dauerhaft archivfest. Zellen können sich weiter verändern, Farbstoffe verblassen und das Einbettmedium kann mit der Zeit schrumpfen oder undicht werden.
Für langfristige Vergleichsreihen solltest du deshalb zunächst ein Testpräparat herstellen. Kontrolliere nach einiger Zeit, ob Farbe, Form und Transparenz erhalten bleiben.
Beschriftung und Dokumentation nicht vergessen
Ein unbeschrifteter Objektträger verliert schnell seinen wissenschaftlichen Wert. Nach einigen Wochen weißt du möglicherweise nicht mehr, welches Material du verwendet oder wie du es behandelt hast.
Auf das Etikett gehören mindestens:
- Name der Probe,
- Datum der Herstellung,
- Art des Präparats,
- verwendete Färbung,
- verwendetes Einbettmedium.
Bei Naturproben können zusätzlich Fundort und Entnahmestelle sinnvoll sein. Bei Pflanzen solltest du möglichst auch die untersuchte Stelle nennen, beispielsweise „Blattunterseite“, „Stängelquerschnitt“ oder „Zwiebel-Epidermis“.
Mikroskopische Fotos ergänzen die Dokumentation. Notiere dabei möglichst die verwendete Objektivvergrößerung und besondere Einstellungen.
Wie du solche Aufnahmen mit Smartphone oder Kamera anfertigst, erkläre ich ausführlich in meiner Anleitung zum Fotografieren mit dem Mikroskop.
Typische Fehler beim Herstellen von Präparaten

Die Probe ist zu dick
Das Licht kann das Objekt nicht ausreichend durchdringen. Außerdem liegen zu viele Strukturen übereinander.
Verwende nur dünne Häutchen, einzelne Fasern oder sehr feine Schnitte. Bei Pflanzenteilen kann schon eine leichte Abweichung beim Schneiden darüber entscheiden, ob das Präparat brauchbar ist.
Unter dem Deckglas befinden sich viele Luftblasen
Luftblasen entstehen meist, wenn das Deckglas flach auf den Tropfen gelegt wird. Sie haben häufig einen dunklen, deutlich abgegrenzten Rand und werden deshalb manchmal mit Zellen verwechselt.
Setze das Deckglas schräg an und lasse es langsam absinken.
Das Deckglas schwimmt
In diesem Fall befindet sich zu viel Flüssigkeit unter dem Deckglas. Dadurch kann die Probe verrutschen und die Schärfe verändert sich bei jeder Berührung.
Ziehe etwas Flüssigkeit mit saugfähigem Papier ab.
Die Probe trocknet aus
Während der Beobachtung verdunstet Wasser am Rand des Deckglases. Die Flüssigkeitsfront wandert nach innen und verändert die Probe.
Setze vorsichtig einen weiteren Tropfen Wasser an den Rand. Bei längeren Beobachtungen kann eine geeignete Abdichtung helfen.
Das Bild ist blass und kontrastarm
Viele Zellen absorbieren nur wenig Licht. Schließe die Aperturblende vorsichtig etwas, passe die Beleuchtung an oder verwende eine geeignete Färbung.
Bei transparenten lebenden Zellen können spezielle Kontrastverfahren wie der Phasenkontrast hilfreich sein. Dabei werden Unterschiede im optischen Weg in sichtbare Helligkeitsunterschiede umgewandelt.
Besitzt dein Mikroskop einen höhenverstellbaren Kondensor sowie eine Leuchtfeld- und Aperturblende, kannst du die Ausleuchtung mit der Köhlerschen Beleuchtung richtig einstellen.
Die Färbung ist zu dunkel
Zu viel Farbstoff kann Strukturen überdecken. Ziehe vorsichtig Wasser oder eine geeignete Spüllösung unter dem Deckglas hindurch, sofern das verwendete Färbemittel dies zulässt.
Beim nächsten Versuch solltest du weniger Färbelösung oder eine kürzere Einwirkzeit verwenden.
Das Objektiv berührt das Präparat
Das kann Deckglas, Objektträger und Objektiv beschädigen. Beginne deshalb immer mit der kleinsten Vergrößerung und kontrolliere den Abstand zunächst von der Seite.
Bei hohen Vergrößerungen solltest du nur noch vorsichtig mit dem Feintrieb arbeiten.
Sicherheit und Hygiene beim Präparieren
Pflanzenteile, saubere Haare und Textilfasern sind für den Einstieg deutlich unkomplizierter als unbekannte Mikroorganismen oder Körperflüssigkeiten.
Beachte einige grundlegende Regeln:
- Iss und trinke nicht am Präparierplatz.
- Führe Pipetten niemals mit dem Mund.
- Wasche nach biologischen Proben gründlich die Hände.
- Verwende keine sichtbar verdorbenen oder verschimmelten Lebensmittel.
- Entnimm kein Blut für eigene Mikroskopierversuche.
- Vermeide Wasserproben aus Abwasser, Güllebereichen oder stark verschmutzten Gewässern.
- Reinige Objektträger, Werkzeuge und Arbeitsfläche nach der Untersuchung.
- Beachte bei Färbe- und Einbettmitteln die Kennzeichnung und Sicherheitshinweise.
- Entsorge scharfe und zerbrochene Glasteile sicher.
Auf selbst entnommene Blutproben solltest du grundsätzlich verzichten. Schon kleinste Verletzungen und Verunreinigungen können ein unnötiges Infektionsrisiko darstellen.
Ergänzende Hinweise zum sicheren Arbeiten mit Präparierbesteck und Mikroorganismen bieten die Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht des NRW-Schulministeriums.
Mundschleimhautzellen sind zwar ein bekanntes Unterrichtsbeispiel, erfordern aber sauberes Einwegmaterial und sorgfältige Hygiene. Verwendete Spatel oder Wattestäbchen dürfen niemals von mehreren Personen benutzt werden.
Für das Mikroskopieren zu Hause würde ich trotzdem zunächst mit Pflanzen, Fasern und Wasserproben beginnen. Dabei kannst du alle grundlegenden Techniken erlernen, ohne unnötig mit Körpermaterial zu arbeiten.
Wann ist ein Frischpräparat die bessere Wahl?
Entscheide dich für ein Frischpräparat, wenn du:
- lebende Organismen beobachten möchtest,
- natürliche Bewegungen sehen willst,
- eine Probe sofort untersuchen kannst,
- verschiedene Flüssigkeiten vergleichen möchtest,
- eine schnelle und einfache Vorbereitung bevorzugst.
Frischpräparate zeigen die Probe näher an ihrem ursprünglichen Zustand. Dafür verändert sich das Bild während der Beobachtung. Wasser verdunstet, Organismen bewegen sich und Zellen können auf die neue Umgebung reagieren.
Gerade diese Veränderungen können jedoch Teil der Beobachtung sein.
Wann lohnt sich ein Dauerpräparat?
Ein Dauerpräparat ist sinnvoll, wenn du:
- dieselbe Probe mehrfach betrachten möchtest,
- Ergebnisse später vergleichen willst,
- eine Präparatesammlung aufbauen möchtest,
- Unterrichtsmaterial vorbereitest,
- eine interessante Struktur langfristig dokumentieren möchtest,
- verschiedene Beleuchtungs- oder Aufnahmeverfahren testen willst.
Der höhere Aufwand lohnt sich vor allem bei seltenen Proben oder besonders gelungenen Schnitten. Bei leicht verfügbarem Material wie Zwiebelhaut ist ein neues Frischpräparat dagegen oft schneller angefertigt als ein aufwendiges Dauerpräparat.
FAQ zum Herstellen eigener Präparate
Kann ich jedes Frischpräparat in ein Dauerpräparat umwandeln?
Nein. Viele weiche oder lebende Objekte verändern sich bei Fixierung, Färbung, Entwässerung oder Trocknung deutlich. Besonders bewegliche Wasserorganismen verlieren ihre natürliche Form oder ziehen sich zusammen. Für jedes Material muss deshalb ein geeignetes Verfahren gewählt werden. Ein allgemeines Einbettmittel allein macht aus einem Frischpräparat noch kein gutes Dauerpräparat.
Wie lange hält ein Frischpräparat?
Das lässt sich nicht pauschal angeben. Ein einfaches Wasserpräparat sollte möglichst sofort untersucht werden. Sobald Flüssigkeit verdunstet, Zellen austrocknen oder sich Organismen deutlich verändern, zeigt es nicht mehr den ursprünglichen Zustand. Durch vorsichtiges Nachfüllen von Wasser lässt sich die Beobachtungszeit verlängern. Bei Wasserorganismen solltest du dafür Wasser aus derselben Probe verwenden.
Kann ich normales Leitungswasser verwenden?
Für viele einfache Pflanzenpräparate reicht Leitungswasser aus. Bei empfindlichen Wasserorganismen ist das ursprüngliche Teich- oder Aquarienwasser besser geeignet, weil Temperatur und gelöste Stoffe weniger stark verändert werden. Destilliertes Wasser ist nicht grundsätzlich besser. Es kann lebende Zellen durch den Unterschied in der Konzentration gelöster Stoffe beeinflussen.
Muss jedes Präparat gefärbt werden?
Nein. Pflanzen mit Chloroplasten, Pollen, Fasern und viele Wasserorganismen lassen sich ungefärbt beobachten. Eine Färbung ist vor allem dann hilfreich, wenn transparente Strukturen im Hellfeld kaum zu erkennen sind. Du solltest eine Probe nach Möglichkeit zunächst ungefärbt betrachten. Anschließend kannst du entscheiden, ob eine Färbung zusätzliche Informationen liefert.
Fazit: Mit einfachen Frischpräparaten beginnen
Wenn du Präparate selbst herstellen möchtest, sind Frischpräparate der beste Einstieg. Mit einem sauberen Objektträger, einem kleinen Wassertropfen und einer dünnen Probe kannst du bereits Zellen, Fasern und kleine Wasserorganismen entdecken.
Entscheidend sind weniger komplizierte Geräte als eine saubere und ruhige Arbeitsweise. Setze das Deckglas schräg auf, verwende nur wenig Flüssigkeit und beginne immer mit einer geringen Vergrößerung.
Dauerpräparate verlangen mehr Planung. Für trockene Haare oder Fasern reicht oft eine einfache Montage. Feuchte biologische Proben benötigen dagegen ein abgestimmtes Verfahren aus Konservierung, Färbung und Einbettung. Genau darin liegt aber auch ein besonderer Reiz: Du untersuchst nicht nur eine Probe, sondern lernst gleichzeitig, wie stark die Vorbereitung das sichtbare Ergebnis beeinflusst.
Welche Probe hast du bereits selbst unter dem Mikroskop untersucht – und was konntest du dabei entdecken?




